Rosen

Die Rose trägt seit der griechischen Antike hochachtungsvoll den Titel «Königin der Blumen» und repräsentiert mit ihrem majestätisch edel-zarten Duft und ihrer ganzen Pracht den Sommer wie keine andere unter ihresgleichen. 
 

Rosen symbolisieren den Sommer schlechthin. Sie blühen von Mai bis Juli immer wieder von Neuem, oft auch bis in den September und gar Oktober hinein. Die Bienen und Hummeln freut es ebenso, denn ihnen bieten die Rosen ausreichend Nahrung – und nicht nur das: Mit ihren lieblichen Farben, hübschen Formen, feinen Düften und Geschmäckern sind Rosen Wellness pur für Körper, Geist und Sinne und verleihen allem um sich herum Romantik. Selbst ein verregneter Sommer kann zauberhaft sein, wenn Rosenpetalen nach einem Regenfall die Böden wie Konfetti zieren und die abgekühlte Luft mit ihren zart-eindringlichen Düften schwängern.

Der Ursprung der heutigen Rose liegt vermutlich in Nordamerika sowie Zentralasien. Die ältesten fossilen Funde von Wildrosenblättern wurden in den Rocky Mountains in Colorado (USA) entdeckt und stammen aus der Zeit des Paläolithikums: sie reichen 35 bis 32 Millionen Jahre zurück.

 

Schon im Altertum züchteten und nutzten die Babylonier Rosen. Um den Duft der Blüten zu konservieren, tauchten sie ihre Petalen in Fett und verarbeiteten sie zu duftenden Salben. In Persien wurde vermutlich die Destillation von Rosenöl erfunden, das auch im antiken Rom bekannt war. Die ersten Rosenzüchtungen und angelegten Gärten entstanden vor rund 5'000 Jahren in China.

 

Bevor man Rosen ihrer Farbe, ihres Duftes und ihrer Schönheit wegen züchtete, waren sie hauptsächlich ein Nahrungsmittel. Noch heute verwenden Menschen verarbeitete Rosen und Hagebutten gerne als Tee, Öl, Wein oder Konfitüre. Mittlerweile gibt es über 200 Arten und bis zu 30'000 Sorten, und dank Neuzüchtungen werden es immer mehr. Die Vertreter der Rosengewächse sind nicht nur die Rosenbüsche selbst. Den Rosenartigen gehören auch die wichtigsten Obstsorten der gemässigten Zone an wie z. B. der Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Zwetschgen- sowie Pflaumenbaum, aber auch Erd-, Him- und Brombeeren. Man denke an ihre rosenartigen Blüten während der Blütezeit!

Der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrast von Eresos, der von 341 bis 287 vor Christus lebte, unterschied bereits zwei Gruppen: die einfach blühenden Wildrosen und die gefüllten, üppigen Arten (bei der Rosenzucht haben hauptsächlich sieben Arten dominiert, auf die fast alle Kulturformen der meist gefüllten Gartenrosen zurückgehen). Die Wildrose kam ursprünglich nur auf der nördlichen Halbkugel der Erde vor, wobei die Urmutter aller Rosen bereits vor 25 bis 35 Millionen Jahren geblüht haben soll. Sie hat nur wenige Petalen, meist nur fünf, blüht einmal jährlich und bildet Hagenbutten aus. Die bekannteste und am häufigsten vorkommende Wildrose ist die sogenannte «Hundsrose» bzw. Rosa Canina.

Mitte des dreizehnten Jahrhunderts teilte der deutsche Universalgelehrte Albertus Magnus die Rosen in seinen Schriften in folgende Artengruppen auf: weisse Rosen, Weinrosen, Feldrosen und Varietäten der Hundsrose. In Europa fanden sich währenddessen hauptsächlich drei Rosengruppen: Essigrosen, weisse Rosen und Damaszenerrosen. Zusammen mit der hundertblättrigen Rose als auch der Hundsrose gelten sie als Urahnen und werden den «alten» Rosensorten zugeordnet.

 

Einen grossen Einfluss auf die Rosenzüchtung in Europa hatte die Kaiserin Joséphine, Gattin von Napoleon (1763 bis 1814), die die erste Rosensammlung anlegte.

Die Rose ist von zahlreichen Mythen, Sagen und Legenden umrankt. 

Eine Legende aus der griechischen Antike besagt, dass die Rose eine Kreation der Göttin der Blumen Chloris sei, die andere Götter dazu brachte, gemeinsam an der Geburt dieser Blume zu arbeiten. So schob der Frühlingswind Zephyr die Wolken beiseite, während der Gott des Frühlings Apollo die Rose zum Blühen brachte und Ares, der Gott des Krieges, ihr Dornen zur Verteidigung schenkte. In der griechischen Mythologie gibt es auch eine Geschichte von Aphrodite, der Göttin der Schönheit und Liebe, die aus Meeresschaum geboren wurde. Die Legende erzählt, dass der Schaum sich danach in weisse Rosen verwandelte, als er das Ufer berührte. Eine dritte Legende besagt, dass die Rose aus einem Lächeln von Amor erschienen ist und die Dornen nichts anderes sind als die Pfeile, mit denen der Gott der Liebe auf die Herzen jener zielt, die er im ewigen Feuer der Leidenschaft vereint sehen möchte.


Bei all ihrer Exzellenz dürfen Rosen anspruchsvoll sein. Und das sind sie auch: Sie sind keine pflegeleichten Pflanzen. Möchte man seine Rosen schön und gesund halten, muss man sich genügend Wissen und Können aneignen, um sie optimal pflegen und gedeihen lassen zu können. Dennoch sind Rosen heute, wie wunderbar, fester Bestandteil der europäischen Gartenkultur.

Als eine der allerschönsten üppigen Art wird häufig die Rose «Märchenzauber» genannt, deren gesamtes Farbspektrum von Puderrosa bis Apricot reicht. Mit ihren grossen, dicht gefüllten Köpfen, deren Blütenblätter in der Mitte in den verschiedensten Farbnuancen erscheinen, sowie ihrem aufrechten, buschigen Wuchs ist sie wahrlich märchenhaft. Zudem ist sie besonders blühfreudig, robust und vital. Ebenso gehört die bretonische Teerosensorte «Adaloriat» zu den Kaiserinnen unter den Blumenköniginnen.​ Eine Hybride in Cremeweiss, mit eleganten, klassisch geformten Blüten, die ebenfalls mit nach innen verlaufenden pastellrosa bis aprikosenfarbenen Blättern bezaubert.

Gattung: Hundsrosen bzw. Wildrosen, Kulturrosen
Lateinischer Name: Rosa canina, Rosa 

Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)
Anzahl bekannter Arten: 150 Wildrosen, 100 bis 250 Kulturrosen, wobei die meisten Arten nur in der Holarktis verbreitet sind

Habitus Wildrosen: sommergrüne, aufrechte, lockere Sträucher I mit feinen, kleinen, jedoch starken und hakigen Stacheln bewehrt I weisen fünf meist leicht rosa gefärbte Kronblätter auf I Laubblätter wechselständig angeordnet und gefiedert I zahlreiche Staubgefässe in der Mitte der Blüten, die im Herbst aus dem Blütenboden essbare Hagebutten ausbilden (Sammelfrucht)

Habitus Kulturrosen: sehr variabel I sommergrüne Sträucher, die freistehend aufrecht wachsen, mit Hilfe von Rankhilfen können sie auch klettern (Rambler oder Spreizklimmer) I teils mit feinen, kleinen, jedoch starken und hakigen Stacheln bewehrt I Blüten stehen einzeln beisammen oder in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen I kommen in allen Farben und Farbmischungen vor, ausser in reinem Blau und Schwarz I seltene Blütenfarbe Grün kommt nur bei der Sorte Rosa Viridiflora vor I fünfblättrige, selten vierblättrige, radiärsymmetrische, zwittrige Blüten I viele Sorten blühen «gefüllt» I zahlreiche Staubgefässe in der Mitte der Blüten, die im Herbst aus dem Blütenboden essbare Hagebutten ausbilden (Sammelfrucht)

Alter: durchschnittlich 20 bis 40 Jahre, bis zu 500 Jahre

Hauptblütezeit: Frühlingsrosen im Mai, die meisten Rosen von Anfang bis Ende Juni oder Juli I gewisse spätblühende Sorten bis Ende Oktober bzw. bis zum ersten Frost

Erntezeit: September bis November

Standort: mögen sowohl sonnige als auch halbschattige Orte I bevorzugen luftige Plätze I pralle Mittagshitze vertragen sie nicht I beste Standorte sind nach Osten oder Westen ausgerichtet I normale, frische Erdböden sind ihnen am liebsten
Besonderheit: 
Tiefwurzler I Wildrosen blühen nur einmal jährlich I während der Mittags- und besonders der Abendstunden duften Rosen am intensivsten und sind im weiteren Umfeld riechbar