• Ivana D'Addario

Perfekt zugeschnitten: Wildhaus-Messer von Matthias Neumann

Aktualisiert: Apr 9


Die Frage nach dem besten Messer beantwortet jeder erst einmal für sich. Was dem einen keine Rolle spielt, kann für den anderen wiederum von grosser Wichtigkeit sein. Wie ich nach etlichen Über-die-Schulter-Blicken, aber auch bei mir selbst festgestellt habe, ist professionelles Schneidwerk in privaten Küchen selten anzutreffen. Wozu auch, fürs Rüsten von Nahrungsmitteln in kleinen Mengen tut es schliesslich jedes normale Messer auch, sagen sich die meisten. Der Anspruch an ein Messer jedoch steigt spätestens dann, wenn man viel zu schneiden hat und es daher bequem in der Hand liegen soll. Ausserdem, wenn man müheloser und rascher vorankommen möchte. Oder wenn es unbedingt scharf wie ein Samurai-Schwert sein muss, weil man in der Küche genau und filigran arbeitet. Und für jene wiederum, die der druidischen Weisheit zugetan sind, ist es elementar, die Gaben von Mutter Natur richtig bzw. nachhaltig zu ernten, das heisst, ohne die Pflanzen zu verletzen.


Meine ersten zwei Kräutersicheln habe ich jedenfalls nach kürzester Zeit im hohen Bogen und mit Wonne entsorgt. Sie waren erstaunlich unbrauchbar und hielten weder ihren Versprechen stand, noch meinen Anforderungen, die ich durch die manuelle Herstellung der Produkte von Ivana’s Einmacherei neu stellte. Ich stand also da, planlos und, zugegeben, auch etwas überfordert, weil ich die Sicheln doch allesamt in sogenannten Fachgeschäften gekauft und vorab nicht gerade wenig Zeit in Online-Recherchen investiert habe. Und nun ging alles wieder von vorne los. Mit Schlagwörtern wie „Kräutersichel“ und „professionell“ zumindest kam ich nicht weit und stand immer wieder bei denselben Anbietern an.


Doch wie sucht man im Netz nach dem richtigen Messer, wenn man nicht genau weiss, worauf es wirklich ankommt? Ist eine Klinge aus Stahl die beste Variante oder soll sie aus Kupfer sein? Wie wichtig ist das Rohmaterial der Klinge tatsächlich, und allem voran, weshalb? Wie muss der Griff idealerweise geformt sein, und aus welchem Werkstoff am besten? In meiner kleinen Not habe ich sogar eine bekannte Persönlichkeit angeschrieben, während ich mich weiter in die Thematik hineinkniete. Irgendwann hatte ich offensichtlich die richtigen Suchbegriffe beisammen und stiess im Internet endlich auf eine vielversprechende Adresse: Wildhaus-Messer von Matthias Neumann. Fast zeitgleich bekam ich auch die Antwort jener Person, die ich um Anregung gebeten hatte. Man nenne es Zufall oder Schicksal, dass er mir ebenfalls riet, meine nächste Kräutersichel bei Wildhaus-Messer zu bestellen.

Messer für jedermann

Matthias Neumann, 35, kam vor knapp drei Jahren von Hamburg in die Schweiz und liess sich im sanktgallischen Obertoggenburg nieder. Als gelernter Zimmermann und Messer-Hersteller ist er mit Leib und Seele Handwerker, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Erst fertigte er Messer in Handarbeit für den Eigenbedarf an, denn als Messerliebhaber und leidenschaftlicher Hobbykoch verwendet er selbst gerne qualitativ hochstehendes Schneidewerk. Doch obschon die Auswahl im Markt gross ist, fand auch er die auf ihn zugeschnittenen Messer nicht. Zum einen sind sie nicht günstig, und zum anderen sehen sie fast alle gleich aus – was auch mir aufgefallen ist. Und ich mag es nun mal überhaupt nicht gern langweilig. Wenn sie also schon etwas kosten, wieso sollten sie dann nicht auch optisch ansprechend sein? Ja, gar die eigene Persönlichkeit ausdrücken? Ebendies hat sich auch Matthias Neumann gesagt, als er seine Messerfirma ins Leben gerufen hat. Es erstaunt mich als Brandmanagerin nicht im Geringsten, dass er als Marke seiner selbst daherkommt wie ein lebendes Kunstwerk: Sein tätowiertes Äusseres scheint mir ein gelungenes Abbild seiner eigenen Erzeugnisse – oder umgekehrt. Eine meisterhafte Symbiose. Durch seinen ausgeprägt extravaganten Sinn für Ästhetik kauft man es ihm sofort ab, dass er seine Kundschaft mit massgeschneiderten Lösungen nicht nur zufriedenstellt, sondern auch glücklich zu machen weiss.



Messer, die sich sehen lassen können

Wildhaus-Messer finden grossen Anklang. Heute zählen Küchenmesser, Pilzmesser, Kräutersicheln, Filetiermesser, Steakmesser, Fischmesser und Jagd- sowie Freizeitmesser zu seinem Sortiment, wobei dieses mit jeder weiteren Individualbestellung organisch mitwächst. Die Klingen aus japanischem Werkzeugstahl weisen eine ganz besondere Struktur auf. Neben den aparten Mustern stechen auch die Griffe aus verschiedensten (Edel-)Hölzern und Hornstücken hervor. Doch nicht nur deshalb lassen sie Herzen höherschlagen. Auch die Klingenform kann jeder nach seinem Gusto frei wählen oder designen lassen. Des Weiteren werden auf Wunsch erstklassige Lederscheiden mit allem Drum und Dran für die Unikate angefertigt – dank enger Partnerschaft mit einem versierten Lederschneider, der natürlich ebenfalls von Hand näht. Logisch, bietet Wildhaus-Messer auch einen Schärfservice an. Und wer lieber Messer aus Damaszener Stahl hat, kommt bei Wildhaus-Messer ebenfalls auf seine Kosten. Der Damaszener-Rohling für die Klingen wird von einem Kunstschmied erzeugt, der Rest wiederum entstammt der Wildhaus-Messer-Werkstatt.



Fazit: Matthias Neumann setzt nicht nur mit seiner hohen Affinität zur Manufaktur neue Massstäbe, sondern ebenso mit seinem überaus persönlichen Kundendienst. Wer seine Individualität also mit einem Messer stilvoll unterstreichen will, ist bei Wildhaus-Messer bestens aufgehoben.

Messer und Dienstleistung ganz nach meinem Geschmack. Deshalb habe ich jetzt nicht nur eine Kräutersichel, sondern auch endlich ein grosses Küchenmesser bestellt. Nach meinen eigenen Bedürfnissen zusammengestellt. Die Fertigstellung kann ich kaum erwarten!

www.wildhaus-messershop.ch

Hier noch ein lesenswerter Artikel über Matthias Neumann und seine Messer, der im Sommer 2018 im St. Galler Tagblatt erschienen ist.

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